News
„You Never Farm Alone“
Das Miteinander innerhalb der weltweiten biodynamischen Bewegung war sowohl bewegend als auch stärkend. Viele Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, konnten neue Kraft, Mut und Vertrauen schöpfen – vor allem in einer Zeit, in der wirtschaftliche Herausforderungen für viele Betriebe von Bedeutung sind.
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Auf der Erde wollen wir leben
Dieses frei zugängliche Buch untersucht den Beitrag der Anthroposophie zur nachhaltigen Entwicklung und schließt damit eine wichtige Forschungslücke. Es beleuchtet die anthroposophische Weltanschauung und bietet eine ganzheitliche Perspektive auf die Beziehung zwischen Menschheit und Erde. Durch die Auseinandersetzung mit ihren philosophischen Grundlagen beleuchtet dieses Buch, wie die Anthroposophie eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Umwelt versteht.
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Bodenstark!
Zum Weltbodentag: Die biodynamische Landwirtschaft ist gut für Bodenfruchtbarkeit, Wasserschutz und Artenvielfalt
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Konstruktive Arbeit am neuen Leitbild
Die Demeter-Klausur tagte auf dem Herzberg bei Aarau. Rund 35 Exponent*innen der Demeter-Bewegung diskutierten das künftige Leitbild von Demeter Schweiz.
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Weltweite biodynamische Forschung im Dialog
Weltweite biodynamische (Demeter) Forschung im Dialog
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Demeter Schweiz: Mit vereinten Kräften
Im Mai 2026 entsteht mit Demeter Schweiz eine neue Organisation, die alle Kräfte der Demeter-Bewegung bündelt.
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Ernährungswandel beginnt im Boden
Vom 29.10. bis 01.11.2025 kehrt das Soil to Soul Symposium zurück in die historischen Räume von Karl der Grosse und Helferei mitten in Zürich – mit einem noch vielfältigeren Programm, das Wissenschaft, Kulinarik und Landwirtschaft zusammenbringt.
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„You Never Farm Alone“
Rückblick auf die Landwirtschaftliche Tagung
Unter dem Leitgedanken «You Never Farm Alone» fand vom 4. bis 7. Februar 2026 die diesjährige Landwirtschaftliche Tagung statt. Rund 750 engagierte Teilnehmende aus 46 Ländern kamen im Goetheanum zusammen. Weitere 700 Interessierte verfolgten die Veranstaltung als Livestream auf Goetheanum.tv. Im Mittelpunkt standen drei Themenbereiche: Der Hof als Grundlage lebendiger Gemeinschaften, der Hof als Entwicklungsort menschlicher Individualität sowie Forschungs- und Wissensgemeinschaften.
Der Hof als Herz einer lebendigen Gemeinschaft – soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung stärken
Im Zentrum stand die Frage: Wie kann ein Bauernhof zum lebendigen Mittelpunkt einer erneuerten, bewussten Gemeinschaft werden? Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass Landwirtschaft weit über die Erzeugung von Nahrungsmitteln hinausgeht. Sie bildet eine tragende Grundlage für Gemeinschaftsbildung, kulturelles Leben und wirtschaftliche Erneuerung.
Beispiele wie die Krumhuk Farm in Namibia oder Vilicus Farms in den USA zeigten eindrucksvoll, wie landwirtschaftliche Initiativen unter ganz unterschiedlichen Bedingungen ihr soziales Gefüge stärken und weiterentwickeln. Zugleich wurde klar: In der heutigen Zeit kann echte Zusammenarbeit nur aus freier Entscheidung entstehen. Bewusste Kooperation ist das Fundament unserer Arbeit – und der Boden, auf dem lebendige Gemeinschaften wachsen können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der wirtschaftlichen Gestaltung des Hofes. In einer Podiumsdiskussion wurden verschiedene ökonomische Ansätze vorgestellt, die die Vielfalt und Innovationskraft biodynamischen Wirtschaftens sichtbar machten. Vertreter:innen grosser Kooperationsmodelle mit zahlreichen Mitgliedern – etwa EcorNaturaSì in Italien und Odin in den Niederlanden – standen neben kleineren Initiativen, wie der französischen Initiative von Olivier Clisson. Diese unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichten, wie wirtschaftliches Leben auf vielfältige und kreative Weise gestaltet werden kann.
Mensch sein – der Hof als Möglichkeit der Persönlichkeitsbildung
Ein weiteres zentrales Thema war die Frage, wie das Leben auf dem Bauernhof Freiheit, Weisheit und menschliche Entwicklung fördern kann. Der Hof wird als Ort verstanden, an dem Persönlichkeitsbildung in unmittelbarer Verbindung mit praktischer Tätigkeit geschieht.
Ein interdisziplinär besetztes Podium stellte konkrete Beispiele vor, in denen Heilpädagogik, Bildung, Landwirtschaft und soziale Arbeit miteinander verbunden sind. Die biodynamische Bewegung steht vor der Aufgabe, Lernen, Arbeiten und gesellschaftliches Leben neu zu denken – verwurzelt in einer lebendigen Beziehung zur Erde.
Im vorgestellten Modell des Hofs Pente wird der Hof zu einer «Universität», einem gemeinsamen Lern- und Lebensort, an dem Kinder und Erwachsene zusammenwirken, das Land pflegen und durch praktische Erfahrung lernen. Hier verbinden sich CSA-Landwirtschaft, Schule und Kindergarten zu einem sozialen Organismus, der Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und soziale Kompetenz fördert. Das Projekt zeigt, wie Bildung durch konkrete Tätigkeit Sinn erhält und ökologische Verantwortung im Alltag verankert wird.
Lebendige Forschungs- und Wissensgemeinschaften
Bereits die letzte internationale Forschungskonferenz zur biodynamischen Landwirtschaft machte deutlich, wie stark sich Forschungsnetzwerke und Formen des Wissensaustauschs weiterentwickeln. Als weltweite Praxisgemeinschaft sind wir aufgerufen, unsere Wege des Erkennens, Anbauens und Forschens im Einklang mit der lebendigen Mitwelt neu zu gestalten.
Landwirtschaftliche Betriebe können sich an Forschungsprojekten und frei gewählten Kooperationen beteiligen, die die Zukunft der biodynamischen Landwirtschaft mitprägen. Der Hof selbst wird dabei zum Erfahrungs- und Forschungsraum.
Rudolf Steiners Michaelbrief, ein kurzer Text über das Wirken des Wesens Michael in unserer Zeit, begleitete die Tagung inhaltlich und gab Orientierung. Jeden Morgen wurde der Brief von jeweils zwei Mitgliedern der biodynamischen Bewegung – Landwirt:innen, Projektleitenden, Lehrenden oder Studierenden – gemeinsam betrachtet. Die Gespräche waren gehaltvoll, differenziert und praxisnah und brachten Stimmen aus unterschiedlichen Regionen und kulturellen Kontexten zusammen.
Ausblick
Am Ende der Konferenz stand die Einsicht, dass «You Never Farm Alone» sowohl eine Bestätigung als auch eine offene Forschungsfrage ist. Sie verweist auf die Zusammenarbeit zwischen Menschen, mit der Natur und – im anthroposophischen Verständnis – auch mit der geistigen Dimension unseres Wirkens. Die gemeinsam entwickelte Forschungsfrage wurde mit grosser Offenheit und Zuversicht aufgenommen. Sie ist ein Impuls, der über die Konferenz hinaus weiterwirken und die verbundenen Gemeinschaften stärken kann.
Die nächste Landwirtschaftliche Tagung findet vom 3. bis 6. Februar 2027 statt. Ihr Thema lautet: Mit der Intelligenz des Lebens arbeiten. Biodynamische Landwirtschaft bringt Mikro- und Makrokosmos zusammen. Die Grundlage dazu bildet Rudolf Steiners Michaelbrief «Menschheitszukunft und Michael-Tätigkeit» in Anthroposophische Leitsätze (GA 26).
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Sektion für Landwirtschaft
Goetheanum
Hügelweg 59
4143 Dornach/Switzerland
+41 61 706 42 12
agriculture@goetheanum.ch