News
Dreigliederung und Lateinamerika
Die Reise durch Südamerika gibt uns auch Gelegenheit, von den Menschen hier zu lernen. Als Rudolf Steiner 1922 in Wien am West-Ost-Kongress über die Zukunft sprach, betrachtete er die Zusammenarbeit von Europa und Amerika als existenziell, um die «soziale Frage» des Westens zu bewältigen und damit die West-Ost Polarität zu harmonisieren
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Bankmagazin transparenz 91
Erfahren Sie in unserem Bankmagazin «transparenz», was mit Ihrem Geld ermöglicht wird. Wir berichten über unsere Kreditprojekte, damit Sie sehen, wie Ihr Geld wirkt. So wird die Freie Gemeinschaftsbank für Sie «transparent», nämlich durchscheinend.
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Dreigliederung – was zu beachten ist
Wo immer Heilmittel produziert und verpackt werden, finden mehrfachgefaltete, kleinbedruckte Blätter Eingang in die Verpackung. Sie werden Beipackzettel genannt. Sie sollen den Empfänger des Heilmittels über die Anwendung und über Risiken, Wirkungen und Nebenwirkungen aufklären. Dreigliederung des sozialen Organismus ist ein Heilmittel für die Gesellschaft.
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Nicanor Perlas - Ein Freund und großer Dreigliederer ging über die Schwelle
Nicanor stand für ein globales, modernes, dynamisches und integrierendes Dreigliederungsverständnis. Gestern früh (Ortszeit) überschritt er in Bulacan (Philippinen) die Schwelle zur geistigen Welt.
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Die Jugendsektion in L'Aubier
Die Schweizer Berge mit ihrem saftigen Grün, dem tiefblauen Neuenburger See und den weiß schimmernden, schneebedeckten Gipfeln in der Ferne, empfingen uns ebenso herzlich, wie Marc Desaules, Mitgründer von L’Aubier, im dortigen Biohotel.
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transparenz 90
In dieser Ausgabe haben wir einige Neuerungen umgesetzt: eine Gastkolumne – in dieser Ausgabe von Melanie Gajowski – und einen Kundenbeitrag. Der Schriftsteller und Kunde Ralph Schröder berichtet von seinem Weg zu unserer Bank. Unter dem Titel «Frag’ Jonas» haben wir eine neue Rubrik eingeführt
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Nachruf Daniel Maeder
Im Gedenken an Daniel Maeder und voller Respekt für sein Lebenswerk
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Dreigliederung und Lateinamerika
Von Menschen, Impulsen und Initiativen
Seit Mitte März sind wir nun wieder zurück von unserer Reise in Lateinamerika. Nachdem wir in Uruguay mit dem ersten Seminar begonnen hatten (Bericht im letzten Newsletter), ging es weiter mit je einem viertägigen Seminar in Argentinien (Buenos Aires) und Chile (Santiago) und zwei in Brasilien (São Paulo und Piracaia). Mit noch frischen Erinnerungen möchten wir gerne mit Ihnen ein paar unserer Erlebnisse und Eindrücke teilen.
Mit Ausnahme von Uruguay und São Paulo waren alle Seminare mit je über dreissig Menschen jeweils ausgebucht. Die Teilnehmenden waren bunt durchmischt von ihrer Herkunft, ihrem Alter, Geschlecht und Beruf. Durch all diese Begegnungen lebt in uns nun der Eindruck: Wir in Europa sind nicht allein, es gibt in Lateinamerika viele Menschen, die sehr engagiert und mit einer Frische für die Anthroposophie und die Dreigliederung arbeiten, die in Europa nur selten anzutreffen ist.
Eindrücklich war für uns ebenfalls die Verschiedenheit der Kulturen in den verschiedenen Ländern Lateinamerikas. In Argentinien erlebten wir z.B. die Menschen in ihrem Verhältnis zur Gesellschaft ganz anders als noch in Uruguay, oder danach in Chile oder Brasilien. Darüber ausführlich zu berichten, würde den Rahmen eines Newsletters leider sprengen. Wir versuchen jedoch ein paar Schlaglichter zu werfen.
Unsere Hypothese, mit der wir nach Amerika gekommen sind, war, dass die Menschen dort im allgemein ein besseres Verständnis für das Wirtschaftsleben haben als wir im deutschsprachigen Europa. Dazu gibt es verschiedene Hinweise Rudolf Steiners (z.B. 1922 in den West/Ost Aphorismen in Wien). Als wir nun an einer öffentlichen Veranstaltung in Buenos Aires von unserer Hoffnung erzählten, dass hier die Menschen die Dreigliederung weniger als Utopie entgegennehmen, sondern gleich die Praxis darin für sich entdecken, applaudierten die Menschen spontan. Am Schluss kam eine ältere Frau auf uns zu, die in Deutschland aufgewachsen und als junge Frau nach Argentinien ausgewandert ist. Sie sagte uns: «Hier wird, im Unterschied zu Deutschland, einfach ausprobiert!» Ist das eine der Fähigkeiten, von denen wir in Europa von Lateinamerika lernen können? Aus unserer Sicht ja, denn das Wirtschaftsleben erfordert kein Politisieren und kein Organisieren (was in Deutschland und der Schweiz gut gekonnt wird), sondern ein ständiges Eingehen auf die jeweiligen konkreten Situationen, ein fortwährendes gemeinsames, soziales Improvisieren.
Eine vorerst noch kleine Initiative, die aus unserer Sicht jedoch eine wegweisende Perspektive aufzeigt, konnten wir in Argentinien kennenlernen. Die Waldorfschulen in Deutschland und in der Schweiz veranstalten in der Adventszeit jeweils einen Weihnachtsbazar. Es werden unzählige Stunden an Arbeit von den Schuleltern benötigt, in welchen sie Puppen, Adventskränze, Gebäcke und vieles Weitere herstellen. Verkauft werden dieselben Produkte hauptsächlich wiederum an die Schuleltern. Wirtschaftlich betrachtet ist diese Doppelbelastung jedoch nicht sinnvoll.
Wir konnten hier nun eine neue Art, wie die Schulen zu zusätzlichen Einnahmen kommen, kennenlernen. Die Schule, für welche dieses Projekt entwickelt wurde, wurde 2012 etwa 12 km ausserhalb von Buenos Aires neu gegründet. Es war von Anfang an die Frage, wie man die finanzielle Last für den laufenden Betrieb so verteilen kann, dass nicht allein die Eltern sie tragen müssen. Es wurde daraufhin ein Unternehmen gegründet – Del Arca –, welches sich darauf spezialisierte, Weihnachtsgeschenkkörbe herzustellen und mit dem Gewinn die Schule mitzufinanzieren. Die Inhalte für die Weihnachtskörbe selbst kauft das Unternehmen bei den Eltern und Unternehmen in der Umgebung der Schule ein. Verkauft werden die Weihnachtskörbe an die Eltern und Unternehmen in der Umgebung, wobei der Verkauf an Unternehmen ausserhalb der Schulgemeinschaft jedes Jahr ansteigt.
Durch diese neue Art der Finanzierung – insbesondere, wenn sie sich noch weiterentwickeln wird – kann die Schule sich als «Konsument» in ein anfänglich assoziatives Wirtschaftsleben hineinstellen. Der Verlockung nach staatlicher Finanzierung und der Gefahr, dass reiche Eltern immer mehr die Schule bestimmen, wird durch diese Initiative entgegengewirkt. Von der wirtschaftlichen Seite her wird der Weg gebahnt für ein «freies Geistesleben».
Während in Argentinien die Bevölkerung sich durch die Geschichte und den «Peronismus» (siehe hierzu den Artikel von Paula Kiefer) mit ihrem Land sehr verbunden fühlt, erlebten wir in Chile bei den Teilnehmern eine völlig unpolitische Kultur. Was uns in Chile entgegenkam, war ein eher internationaler Geist und auch – was uns sehr überraschte – ideale Voraussetzungen für ein freies Bildungswesen. Die Lehrerinnen und Lehrer an nicht-staatlichen Schulen brauchen keinen «Stempel» vom Staat, um unterrichten zu dürfen – eine Situation, die Rudolf Steiner bei der Gründung der ersten Waldorfschule ebenfalls vorfand und als Bedingung für den weiteren Erfolg der Waldorfschulen betrachtete!
In Brasilien (São Paulo) beschäftigte viele Teilnehmer des Seminars das riesige Gefälle von Arm und Reich. Wir konnten hier erleben, dass die Ideen des Marxismus noch lebendig sind und viel Interesse an Steiners Ausführungen dazu vorhanden war. In unserem Seminar waren beide «Klassen» vertreten, sodass sich die Dreigliederung in einem Praxistest gleich zu bewähren hatte: Kann sie diese Gegensätze überwinden? Bei den Teilnehmern hatten wir den Eindruck, dass sie sich mit Hilfe der Dreigliederung über die Probleme und die Lösungen verständigen konnten. Bis dies in einem grösseren Umfang geschehen kann, ist es jedoch noch ein weiter Weg.
Wir sind noch mit einigen weiteren Initiativen in Verbindung gekommen, insbesondere im Bereich der Landwirtschaft und des Wirtschaftsunterrichts an Schulen. Mehr zu den bereits vorhandenen und den neu entstehenden Initiativen und was wir von ihnen lernen können, werden wir in zukünftigen Newslettern berichten.
Steiner führte im Jahr 1910 in Oslo aus, wie die einzelnen Völker in Zukunft immer stärker zusammenzuarbeiten haben: «Es ist aus dem Grunde von einer ganz besonderen Wichtigkeit, weil die nächsten Schicksale der Menschheit in einem viel höheren Grade als das bisher der Fall war, die Menschen zu einer gemeinsamen Menschheitsmission zusammenführen werden» (7. Juni 1910, Oslo). Unser Eindruck ist, dass dies unsere Gegenwart beschreibt. Betrachtet man die «soziale Frage» heute, wo die Welt vor dem Abgrund eines dritten Weltkriegs steht, so kann einem vielleicht noch viel deutlicher als vor hundert Jahren ins Bewusstsein treten, dass die Ursachen hierfür nur durch eine viel tiefere Schichten ansprechende internationale Verständigung unter den Menschen behoben werden können. Wir haben durch unsere Reise nun einen viel lebendigeren Eindruck gewonnen als wir vorher hatten, von dem, was möglich ist, wenn die Dreigliederung als gemeinsame Menschheitsaufgabe verstanden wird. Dies setzt jedoch nicht nur die Bereitschaft zur Zusammenarbeit voraus, sondern auch die Offenheit, wirklich voneinander lernen zu wollen.
Getragen von den Eindrücken unserer Reise haben wir nun die Absicht, das Format des gemeinsamen viertägigen Grundlagen-Seminars auch in weiteren Ländern anzubieten. Wir freuen uns über diesbezügliches Interesse und nehmen gerne entsprechende Hinweise entgegen; und wir bedanken uns von Herzen bei allen, die diese Reise möglich gemacht haben!
Fionn Meier und Sylvain Coiplet
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Duggingen: Die Entflechtung zwischen Wissenschaft und Staat
24.04.2026
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Berlin: Grundlagenseminar Dreigliederung
30.04.2026 - 03.05.2026
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Zürich: Mitgliederversammlung Dreigliederung Schweiz
13.05.2026
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Varese: Einfühungsseminar Dreigliederung
15.05.2026 - 17.05.2026
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Wien: Ost-West Tagung
23.05.2026 - 24.05.2026
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Avignon: Einführungsseminar Dreigliederung
12.06.2026 - 14.05.2026
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Paris: Einführungsseminar Dreigliederung
19.06.2026 - 21.05.2026
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Paris: Einführungsseminar Dreigliederung
04.09.2026 - 06.09.2026
Stralsund: Grundlagenseminar Dreigliederung
11.09.2026 - 13.09.2026
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Berlin: Grundlagenseminar Dreigliederung
17.09.2026 - 20.09.2026
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Dornach: Dreigliederungs-Tagung am Goetheanum
20.11.2026 - 22.11.2026
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